John Lewis Gaddis – Der kalte Krieg

John Lewis Gaddis – Der kalte Krieg

Buchcover: John Lewis Gaddis - Der kalte KriegAls Deutschland geteilt war und das Ende der Welt drohte

Wer wie ich in den Achtzigerjahren in Westdeutschland zur Schule gegangen ist, hat eine bestimmte Sichtweise auf das östliche Europa gelehrt bekommen. Da lebten die schlechten, bei uns die Guten. Natürlich gab es auch einige, die einem beibringen wollten, dass nur der Sozialismus schlecht sei, die Menschen schließlich könnten nichts für das System, in das sie geboren seien.

Wer in den Achtzigerjahren in Ostdeutschland zur Schule ging, lernte freilich in der Schule (wie könnte es anders sein) ganz andere Dinge über die sozialistischen Bruderstaaten und über den imperialistischen Westen.

Die Generation unserer Eltern und Großeltern, die den kalten Krieg sozusagen brühwarm in den Fünfziger- und Sechzigerjahren mitbekommen hat, hat natürlich wieder andere Dinge über die jeweiligen Feindbilder gelernt, als unsere Generation. Ob sie dabei bemerkten, wie nahe die Welt ein paar mal während dieser Ära am Atomkrieg (und damit an der Massenvernichtung, vor der wir gerade in den Achtzigern so große Angst hatten) vorbeischrammte ist ungewiss.

Der Kampf zweier politischer Systeme und die Geschichte gegenseitiger Bedrohung  jedoch ist interessant. Zumal wir heutzutage einfach nach Litauen oder Polen reisen können und noch nicht einmal unseren Reisepass mitnehmen müssen. Es hat sich so einiges getan, seit der Antifaschistische Schutzwall vor zwanzig Jahren brach und wir können uns das ehemalige Feindesland ansehen. Freilich ist die Welt immer noch geteilt, nicht mehr in Ost und West, die Teile sind vielfältiger und anders, vielleicht sogar mehr geworden, aber das ist andere Geschichte.

Wer mehr über die Geschichte des kalten Krieges erfahren will, dem lege ich das Buch von John Lewis Gaddis ans Herz. Gaddis präsentiert neue und überraschende Ergebnisse seiner jahrelangen Forschung in westlichen und östlichen Archiven. Seine globale Geschichte des Kalten Kriegs besticht durch sein klares Urteil und seine erhellenden Formulierungen. Eine temporeiche und mitreißende Erzählung ohne ausufernden wissenschaftlichen Apparat, kurzum: eine Geschichtsstunde im besten Sinne.

Pantheon, Klappenbroschur, 384 S. ISBN 978-3-570-55057-1, 12,95 €

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