Der Sommer in Finnland (Ilosaarirock)

three-smiths-show_03Joensuu (jma). Der Sommer in Europas Norden ist bekanntlich kurz, aber heftig. Wir hatten es schon angekündigt; Was ist los? wollte Ilosaarirock für euch auschecken. Das haben wir gemacht und der Artikel hat lange auf sich warten lassen. Aber „Rokki“, wie Ilosaarirock liebevoll genannt wird, war nicht nur eines der schönsten Festivals, die wir je besucht haben, sondern die Zeit danach war auch arbeitsreich.

Ein Jahr nachdem es in Turku das erste Ruisrock gegeben hatte, haben sich ein paar Menschen im Osten des Landes gedacht: „Hey, die haben Spaß in Turku, das wollen wir auch!“ Und schon war im nordkarelischen Städtchen Joensuu, auf einem Inselchen inmitten eines Flusses, das zweite große Festival des Landes geboren. Und es ist wahrlich immer noch eines der schönsten. Der Verein der Popmusiker Joensuu betreibt das Festival noch heute und vermutlich ist es in seinem Lineup einzigartig. Eine der vier Bühnen auf dem Gelände, das übrigens schon recht lange nicht mehr auf Ilosaari (besagter Insel) stattfindet, ist nämlich immer noch ausschließlich den lokalen Bands im weiteren Sinne gewidmet.

Eine Glanzleistung, wie wir finden und es gibt tatsächlich eine Menge zu entdecken und im Auge zu behalten. Einige der Bands sind schon allein aufgrund der Sprache nicht unbedingt für einen Auftritt auf den Bühnen der Welt prädestiniert, aber es gibt andere, die sich durchaus sehen und hören lassen können.

Bei den (vor allem uns) unbekannten Bands haben es uns die Tundramatiks besonders angetan. Die drei Jungs um Akkordeonist Janne Masalin überzeugen mit einer Mischung aus Balkan, Russland und finnischem Punk. In eine ähnliche Richtung, wenn auch in Finnland schon zu den Stars zählend, gehen GG Caravan. GG Caravan ist eine in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Formation. Gegründet von einigen bekannten Rappern, wie Paleface, Tommy Lindgren, Redrama und vielen anderen mit dem Ziel, auf die Lage der Roma in Finnland aufmerksam zu machen. Finanziell unterstützt werden sie dabei von der Europäischen Kommission und dem finnischen Innenministerium; der Musikstil ist von den jeweiligen Bands der Mitglieder und Musik der Roma geprägt.

Unser persönlicher Star und Liebling auf Ilosaari kommt auch aus jener Ecke, dem Balkan. Goran Bregović, der mit den Worten auf die Bühne kam: „If you are not going crazy, you are not normal.“ Und das reichte an Show. Niemand war am Ende nicht normal.

Auf dass hier niemand etwas in den falschen Rachen bekomme: Fast alle Bands, die wir gesehen und gehört haben, mögen wir wirklich. Auch deren Shows sind richtig gut und vor allem unser Fotograf ist jedesmal begeistert, wenn Apocalyptica, D-A-D, Iiris und Konsorten sich sportlich auf der Bühne betätigen, dass die Arbeit allein schon wegen des Überschusses an Motiven so richtig Spaß macht, und das Publikum abgeht, wie ein Zäpfchen. Aber, und das zeigt Goran Bregović, das Publikum geht auch ab wie ein Zäpfchen, wenn die Musik ohne Sport daherkommt. In unserer Galerie könnt ihr euch selbst ein Bild machen.

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