Mittelalter hautnah erleben

Turku (sc). Ab dem 26 März ist im Aboa Vetus Museum in Turku eine Ausstellung besonderen Formats zu erleben. Aboa Vetus ist der lateinische Name für Åbo, was wiederum der schwedische Name Turkus ist. Dementsprechend beschäftigt sich das Museum mit der Geschichte des mittelalterlichen Turku, welches die zweitgrößte Stadt im schwedischen Reich war.

Unter dem eigentlichen Museumsbau, einer alten Villa aus dem 19. Jahrhundert, befinden sich ausgegrabene Mauerreste und zahlreiche Artefakte aus dem Alltagslebendes Mittelalters. Geht man nun in den alten Stadtresten umher, hört man an einigen Stellen plötzlich das Muhen von Kühen oder eine pfeifende Küchenmagd auf einem Hof.

Die Idee hinter den Klanginstallationen ist, sich in das Mittelalter „hinein zu hören“. Unsere heutige Welt wird geprägt von Lärmverschmutzung und einem hohen Pegel immerwährender Grundgeräusche. In der Welt von damals war es noch möglich, eine Vielzahl von Signalen auch über größere Entfernungen hin wahrzunehmen. Der Bäcker konnte beispielsweise hören, ob der Schmied zwei Straßen weiter arbeitete oder nicht. Auch Kirchenglocken waren über mehrere Dörfer hinweg hörbar und man wusste sofort, wenn im Nachbardorf etwas nicht stimmte, weil die Glocke ein Signal gab (oder eben nicht).

So lässt sich nun in der normalen Ausstellung des Aboa Vetus Museums ein Stück Alltag im alten Turku auf besondere Art erleben, in dem man etwa den Schülern der Domschule lauscht oder der Witwe eines Fischers bei der Arbeit „über die Schulter hört“. Auf Tafeln mit Erklärungen wird dem Besucher zusätzliche Information kredenzt und verblüffendes über die oberen Stände der Stadt enthüllt. Die haben nämlich durchaus neben Schwedisch einen mittelniederdeutschen Dialekt zur Verständigung benutzt.

Die Ausstellung läuft bis zum 19. September, der Eintritt kostet 8 € / 7 €.

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