Der Wasserfußabdruck

Der Wasserfußabdruck
waterfootprint
Unser waterfootprint, der Wasserfußabdruck setzt sich aus dem virtuellen Wasser unserer Verbrauchsgüter zusammen

(sc). Der britische Geograf John Anthony Allan prägte den Term virtuelles Wasser schon 1993. Aber was ist das eigentlich? Wie kommen 2.000 Liter Wasser in mein T-shirt?

Mit virtuellem Wasser ist die Wassermenge gemeint, die von einem Produkt verbraucht wird. Von der eigentlichen Produktion, über die Lagerung bis hin zum Transport zum Endverbraucher. Dieses Konzept machte zum ersten Mal deutlich, wieviel Wasser sich eigentlich in verschiedenen Gütern befindet und was damit passiert. Obwohl es eigentlich genug Wasser in Deutschland gibt, importieren wir große Mengen Wasser in Form unterschiedlicher Waren.

Wir müssen alle Wasser sparen, das ist sicher. Aber das Wichtigste ist, dass wir anfangen an virtuelles Wasser zu denken und dessen Verbrauch zu mindern. Beispielsweise verbraucht besagtes T-shirt Wasser bei der Produktion der Baumwolle, zum Färben derselben usw. Der Baumwollstrauch ist eine Wasserintensive Pflanze. Etwa 85 % des verbrauchten Wassers gehen in die Produktion der Baumwolle. Der Rest verteilt sich auf das Nähen, Färben, denTransport und andere Dinge.

Wasser für Pflanzenzucht braucht man immer, kann das also so schädlich sein? Es kann. Vergessen wir also erst einmal unser T-shirt und gucken uns Tomaten und deren virtuelles Wasser an. Um eine Tomate von 70 Gramm zu bekommen brauche ich ungefähr 13 Liter Wasser. Eine klasse Bilanz, wenn die Tomate aus Finnland, Schweden oder Deutschland kommt. Denn da haben wir genug Wasser für derartige Pflanzen. Kommt die Tomate hingegen aus Spanien, sieht das ganze schon anders aus. In Südspanien gibt es nicht genug Wasser und man muss bewässern. Darum verbraucht die Tomate dort mehr virtuelles Wasser. Die beste Wasserbilanz haben übrigens holländische Treibhaustomaten, weil die Niederländer ein sehr gutes Wasserrecycling betreiben (allerdings schneiden sie wegen des Transports bei der CO2-Bilanz schlechter ab).

Zurück zum T-shirt. Für ein Kilo Baumwolle braucht man etwa 11.000 Liter Wasser. Das sind 2.000 Liter für ein T-shirt oder 6.000 Liter für eine Jeans. Die meiste Baumwolle kommt aus Usbekistan und bezieht ihr Wasser aus überalterten und uneffektiven Bewässerungsanlagen.

In Europa verbrauchen wir täglich 4.000 bis 5.000 Liter virtuelles Wasser, Amerikaner verbrauchen etwas mehr (etwa 6.000 Liter am Tag). Vegetarier sparen ca. 2.400 Liter virtuelles Wasser am tag. Man braucht 15.000 Liter Wasser, um ein Kilo Rindfleisch zu produzieren und allein in einem Hamburger stecken schon 2.400 Liter Wasser. Eine Kuh trinkt nur 100.000 Liter Wasser in ihrem Leben, aber man muss auch Gras und andere Futtermittel mit einrechnen. So wird schnell deutlich, dass Rinder keine große Belastung sind, wenn sie in natürlicher Umgebung gehalten werden. Importiert man aber deren Fleisch aus wasserarmen Regionen, kreiert man ökologische Probleme.

Es gibt drei Arten virtuellen Wassers: Grün, blau und grau. Das grüne virtuelle Wasser ist dasjenige, was durch normale Verdunstung beim Pflanzenwachstum entsteht. Blaues virtuelles Wasser entsteht durch die Verdunstung von Grund- und Oberflächenwasser in der Produktion und graues virtuelles Wasser ist beim Produktionsprozess verunreinigtes Wasser.

In der normalen Landwirtschaft ist das virtuelle Wasser grün und blau. handelt es sich um indutrielle Landwirtschaft, ist es hingegen blau und grau. Und genau da liegt das Problem mit der Baumwolle und unserem T-shirt. Es wird einfach zuviel Wasser in die Baumwollproduktion gepumpt, in einer Landschaft, die dieses Wasser eigentlich nicht hat. Je nachdem, wo der Stoff für meine Hose oder mein Hemd herkommt, wird das dafür benötigte Wasser immer blauer und grauer. Man kann sogar davon ausgehen, dass wir in Europa zu einem Fünftel für das Austrocknen des Aralsees verantwortlich sind.

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